Schauplatz: Europas größter Gletscher Die Eiskappe des Vatnajökull auf Island schmilzt. Die Streitkräfte der US-Basis Keflavík sind in Alarmbereitschaft, denn der Gletscher hütet ein Geheimnis: Ein abgestürztes Flugzeug aus dem Zweiten Weltkrieg mit brisanter Fracht. Vor der grandiosen Kulisse des ewigen Eises gerät eine junge Isländerin in Lebensgefahr. Sie weiß nur wenig, aber das ist schon zu viel für die Drahtzieher der "Operation Napoleon" ...
Aus der Amazon.de-Redaktion
In Gletschergrab stellt Arnaldur Indridason eindrucksvoll dar, wie übel unschuldigen Menschen durch die Machenschaften von Geheimdiensten mitgespielt wird. Seine bissigen Anspielungen auf die anhaltende Militärpräsenz der USA und deren Gebaren auf Island, lassen nur vordergründig anti-amerikanische Züge erkennen. Hintergründig klagt er viel mehr eine hoffnungslos verlogene und desillusionierende Großmachtpolitik an, die schlicht über Leichen geht. Gletschergrab nimmt so in Form einer Parabel vorweg, wozu unumschränkte Machtpolitik fähig ist.
Die Moral von Indridasons intelligentem Spionagethriller kommt deshalb am besten in den Worten des militärischen Geheimdienstchefs Carr zum Ausdruck: „Es gibt heutzutage keine Wahrheiten mehr, wenn es denn jemals welche gegeben haben sollte. Wahrheit und Lüge sind nur Instrumente in unseren Händen. Für mich besteht da kein Unterschied. Man könnte sagen, dass wir in gewissem Sinne so etwas wie Historiker sind, die etwas von den Fehlern dieses in den letzten Zügen liegenden Jahrhunderts korrigieren. Es hat nichts mit irgendeiner Wahrheit zu tun, denn sie spielt überhaupt keine Rolle mehr. Wir gestalten die Geschichte so, wie es uns passt...“ -- Christian Koch
Auch wenn Indridason bei uns hauptsächlich durch die Kommissar Erlendur Reihe bekannt geworden ist, sind seine anderen Romane, wie dieser Spionagethriller, durchaus lesenswert.
Weitere Informationen, Kundenrezensionen und Bestellmöglichkeit für: