Krimis aus Island

Stella Blomkvist, Erlendur Sveinsson und Co:

Meist ist es Reykjavik, welches man in all seinen Details in den Krimis isländischer Autoren wieder findet. Tatorte die einen in die Vergangenheit von Stadt und der Insel Island führen wie bei Arnaldur Indridason oder ganz aktuelle Morde, wie andere Autoren – zum Beispiel Stella Blomkvist – sie beschreiben sind ihr Thema. Dabei lernt man in den Krimis nicht nur die Protagonisten selber kennen, sondern auch viel über Land, Leute, Tradition, Gesellschaft und Geschichte.

Island ist die größte Vulkaninsel der Welt und der zweitgrößte Inselstaat Europas. Durch ihre Lage sowohl auf der eurasischen als auch der nordamerikanischen Platte herrscht hier große tektonische Aktivität die nicht selten auch zu Vulkanausbrüchen und vor Allem einer Vielzahl an heißen Quellen und Geothermik führen. Milde Winter und kühle Sommer bestimmen das Klima von Island und neben Flüssen, Seen und Wasserfällen ist es vor Allem das Hochland, welches als Sinnbild für Island und seine Natur steht. Durch das arktische Klima gibt es keine sehr artenreiche Natur und durch die Abholzungen des Menschen im Laufe der Jahrhunderte kaum noch Waldbestände. Oftmals findet man Wälder nur noch in der Nähe der östlichen Seen, doch bemüht sich die Regierung bereits Fehler der Vergangenheit durch intensive Aufforstung zu korrigieren. Ehe sich Menschen auf Island ansiedelten, lebten hier nur Robben, Polarfüchse, Fische, Insekten, Vögel und hin und wieder verirrte Eisbären. Durch die Urbarmachung Islands durch den Menschen kamen im Laufe der Zeit noch Schafe, Pferde und einige wenige tausend Elche hinzu. Die Fischgründe sind reich und neben diversen Fischarten fühlen sich auch unzählige Muscheln sowie Blau- und Finnwale wohl hier.

Selbst in den Krimis findet man immer mal wieder Hinweise auf die Vergangenheit Islands, welches erst 870 offiziell von Europäern entdeckt und bald darauf von norwegischen Auswanderern besiedelt wurde. Dabei ist Island einzigartig in Europa – nämlich in seiner gesellschaftlichen und politischen Entwicklung welches auf einem oligarchischen System aufbaut. Island lag im Laufe der Geschichte weit ab von europäischen Handelsrouten und lebte lange ein zurückgezogenes und rückständiges Leben, welches sich erst mit der Unabhängigkeit 1918 richtig wandeln sollte. Im Zweiten Weltkrieg als Basis für Engländer und Amerikaner erlangte Island – und vor Allem Reykjavik – einen enormen Schub in die Moderne, welcher bis heute nicht enden will und dafür sorgt, dass die Bekanntheit der Insel, sicherlich auch und vor Allem durch die Krimis isländischer Autoren, weiterhin weltweit steigt.